Animebona

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Animebona bedeutet "Seelenfluss", auch Entität genannt. Ihr Gegenüber ist Animenkna, "Seelenzwang".

Philosophie der Dji-Cantos

"Animebona bedeutet Seelenfluß. Sie ist die Tochter des Unbekannten Gottes. Wir Erleuchteten nennen sie auch Entität. Sie ist unsere Schöpferin und Urmutter. Zusammen mit ihrem jüngeren Bruder Animenkna - das bedeutet Seelenzwang - schuf sie den Himmel und die Erde, die Tiere und die Pflanzen. Und bislang dachten wir, sie hätte Albion alleine erschaffen, ohne ihren Bruder. Und jetzt seid Ihr hier angekommen. Also muß Animenkna auch an der Schöpfung Albions beteiligt gewesen sein. Das ist für uns sehr erschreckend. Denn wohin sollen wir ausweichen, wenn Animenknas Geist auch Albion unterjocht?"

"Animenkna ist der jüngere Bruder Animebonas. Er ist der Herrscher Eurer Welt, denn er ist die Ordnung, das Folgerichtige, Logische, wie Ihr es nennt. Wir nennen es den Zwang. Er erschuf alles gemeinsam mit seiner Schwester. Nur bei den Menschen, da wollte Animebona ihr eigenes Volk, uns Kelten, schaffen. Und Animenkna wurde eifersüchtig auf die Verehrung, die wir Kelten unserer Schöpferin darbrachten, und so schuf er sich selbst sein eigenes Volk, die Helromier."

"Sie [Animebona] betrachtet die Dinge und Lebewesen als einzelne, nicht zu einer Ordnung oder höheren Wesenheit gehörig. Wißt Ihr: jedes Ding hat seine eigene Magie, sein eigenes Ens. Ein Mensch wird nicht deshalb zum Menschen, weil er äußerlich aussieht wie ein Mensch, sondern weil er ganz für sich einfach ein Mensch IST. Das Gegenteil der Entität, ihren Bruder Animenkna, nennen wir deshalb auch den Ontischen, weil er alles klassifiziert, Ordnung in das bringt, was er als Chaos empfindet und was doch nichts anderes ist, als die Verschiedenheit aller Ens. Um es einfach auszudrücken: Ein Mensch, der sich wie ein Iskai fühlt, IST ein Iskai. Dies würde Animenkna nie verstehen. Für ihn wäre dieser Iskai ein Mensch, bloß weil er so aussieht wie einer."

Homers Lieder

"Homers Lieder sind ein getreues Abbild des Konfliktes zwischen den beiden Polen Animebona und Animenkna. Besonders der zweite Teil, der von den Irrfahrten des Ulysses handelt, ist da sehr aufschlußreich. Denn Ulysses verkörpert das Prinzip Animenkna wie keine Figur vor ihm. Bei ihm steht nicht mehr die Anpassung an den Fluß des Geschehens im Vordergrund. Er empfindet sich nicht mehr als Teil des Flusses Animebona, als den sich der Mensch bis dahin immer empfunden hat. Für ihn ist die Anpassung an den Fluß nur scheinbar. Er ist wie das Boot, das den Fluß bezwingt, weil es sich seinen Bewegungen scheinbar anpaßt, sich seine Eigenschaften aber nur zu Nutze macht, um ihn zu besiegen und anderen Zwecken zu dienen. Zwecken, die einer ganz anderen Welt angehören, als der Zweck, zu dem der Fluß fliesst. Dadurch erhofft sich Ulysses, der Bedrohung, die der Fluß ja auch immer ist, zu entgehen."

"Man muß sich nur anschauen, wie er den Gefahren begegnet, denen er ausgesetzt ist. Den Riesen Polyphem betrügt er, indem er sich "Niemand" nennt. Dabei ahmt er sein Ens nach, das sich den eigenen Namen frei aus seinem Wesen heraus wählt. Aber der Name, den sich Ulysses ausdenkt, hat nichts mit seinem Ens zu tun, sondern mit dem Zweck, dem er dienen soll. Er nennt sich "Niemand". Und nachdem dieser "Niemand" seinen Zweck erfüllt hat, wird er auch wieder abgelegt, wie ein Kleidungsstück. Auch die Sirenen betrügt er, als er ihre Gesänge hört, ohne ihnen deshalb zum Opfer zu fallen. Er schafft dies aber nur, indem er sich selbst Fesseln auferlegt. Fesseln, die das Prinzip Animenkna sind, denn Animebona läßt alles frei fließen. Ulysses privilegiert sich dadurch gegenüber seinen Gefährten, die mit verstopften Ohren rudern müssen. Auch das ist neu, daß ein Fürst sich Erkenntnismöglichkeiten verschafft, die er seinem Gefolge verweigern MUSS, damit alle überleben. Wohin man schaut nur Zwang und Ordnung! Das Prinzip Animenkna. Und es findet seinen Höhepunkt, als Ulysses zu Hause ankommt."

"Als Ulysses zu Hause ankommt, erkennt ihn niemand mehr, nur noch sein Hund, und später seine Amme an einer Narbe, die er sich vor vielen Jahren zugezogen hat. Der Hund erkennt Ulysses an seinem Ens, die Amme erkennt ihn, weil sie ihn aus einem früheren Leben kennt, einem Leben, als Ulysses noch im Fluß schwamm, noch dem Prinzip Animebona verhaftet war und sich dabei im offenen Kampf mit einem Keiler eine Wunde zuzog. Der neue Ulysses würde den Keiler überlisten und sich gar nicht erst der Gefahr aussetzen. So überlistet er auch die Freier seiner Frau, indem er seine wahre Entität verhüllt und sich in einen Bettler verwandelt. Diese Selbsterniedrigung verwendete hinterher auch Bathrig, der immer sagte, daß, wer sich erniedrige, am Ende erhöht würde. Ulysses jedenfalls wird erst ganz zum Schluß wieder von seiner mißtrauischen Ehefrau erkannt, als er den Bogen spannt, den nur er spannen kann. Und hier erstmals greift Ulysses ganz bewußt auf sein eigenes Ens zurück und unterwirft selbst dieses seinem Ziel. Dem Ziel, seine Familie zu schützen und die Herrschaft wiederzuerlangen. Und dies gelingt ihm so überzeugend, daß bald alle seinem Vorbild nacheiferten. Sie merkten gar nicht, daß sie ihre Freiheit verloren. Am Ende waren sie alle der "Niemand", der den Riesen besiegte."

Ens

"Ens ist das, was Euch lebendig macht. Ens ist Euer Ich. Ens ist das, was Euch von den Toten genauso unterscheidet wie von allem anderen, was existiert." - "Also ist Ens die Seele eines Menschen?" - "Nein. Die Seele ist eine Ordnungskategorie Animenknas. Eine Seele haben laut Bathrig nur Menschen. Kein Tier besitzt eine Seele, behauptet er. Besäßen Iskai in seinem Sinne eine Seele? Schwer zu sagen. Jedenfalls ist diese Seele nichts anderes, als der Versuch Animenknas, das Ens für sich zu kategorisieren, einzuordnen. Wenn man das Ens mit Euren Wörtern einfach zusammenfassen wollte, dann müßte man sagen, Ens ist Seele plus Gewissen. Aber natürlich ist das Ens untrennbar. Und wenn ich jetzt sage: Eure Seele ist der Körper Eures Ens und Euer Gewissen ist sein Handeln, dann glaube ich zwar, das dies die beste Erklärung ist, die mit den Mitteln Eures Denkens verständlich ist. Bedenkt aber auch immer, daß ein Körper von seinen Handlungen nicht zu trennen ist."

Siehe auch